R.I.P Hüttendorf Anatopia

Fragt man heute jemanden in Papenburg nach dem ehemaligen Hüttendorf „Anatopia“, bekommt man nur ein Kopfschütteln oder eine Geschichte: „von den Verrückten von Außerhalb die da hinten im Moor gewohnt haben“. Bei meiner Recherche im Internet fand ich auch nicht gerade viel, so dass die Textabschnitte größtenteils übernommen wurden.


Am 4. Juli 1991 besetzten Aktivisten eine Stelle im Papenburger Moor durch die, die gigantische Mercedes-Teststrecke (12km lang und 3km breit) zukünftig verlaufen soll. Sie bauten ein Hüttendorf, um die Moorlandschaft mit ihren seltenen Tier und Pflanzenarten gegen die Zerstörung zu schützen. Aber dieser Protest sollte weitergehend verstanden werden, als ein Protest gegen jede Form von Ausbeutung und als Versuch eines alternativen Lebensentwurfes.

In 20 Hütten und Wagen, aus dem Müll der Gesellschaft, lebten sehr unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Visionen von Leben und Protest. Sie lebten unter einfachen Verhältnissen ohne Strom, ohne Wasser und ohne Autos, die Besetzer führten eine vegane Lebensweise und aßen jeden Abend gemeinschaftlich.

Sie hatten viel zu tun um die Aufmerksamkeit auf die Proteste zu lenken, Unterstützung durch andere Gruppen zu bekommen, Geld aufzutreiben und Demonstrationen und Konzerte zu organisieren.
Ein kleines Feld wurde kultiviert in der nähe eines benachbarten Bauernhofes und ein Infoladen in Papenburg eingerichtet um zu kommunizieren und unterdrückte Informationen weiterzuverbreiten.

Die Band Guts Pie Earshot veröffentlichte ein Album mit dem Namen Anatopia, ein niederländisches Filmteam drehte einen Dokumentarfilm über das Hüttendorf und den Protest gegen die Mercedes Teststrecke.

Der Film wurde inzwischen ins Internet gestellt und kann mit russischen Untertiteln auf youtube angesehen werden.

Anatopia Movie Papenburg

Anfang Januar 1995 wurde auf dem Gelände der geplanten Mercedes-Teststrecke bei Papenburg das Hüttendorf „Anatopia“ von der Polizei geräumt. Der Verkehrsclub Deutschland kommentierte diesen Polizeieinsatz mit der Erklärung, er sehe darin die Entschlossenheit von Mercedes, nun mit allen Mitteln seine Entwicklung noch schnellerer und größerer Limousinen voranzubringen. „Die Räumung spiegelt aber auch die niedersächsische Betonpolitik wieder, die, statt mit der dringend notwendigen Wende in der Verkehrspolitik Ernst zu machen, am laufenden Band bemüht ist, die Autoindustrie zu hofieren.“

Nach der Räumung fanden Solidaritätsaktionen in ganz Deutschland statt.

6 / 10 /’94: Die letzte Tagung des Papenburger Rates zur Vertreibung von Anatopia, wurde laut gestört, es gab Kämpfe mit der Polizei.

11/11 /’94: Der letzte Termin für eine freiwillige Räumung

19/11 /’94: Bei einer Demonstration in Papenburg mit mehr als 100 Teilnehmern wird ein großes Mercedes Zeichen symbolisch verbrannt.

Eine kleine Demonstration findet in Berlin statt.

Ende November: Demonstration gegen Mercedes in Stuttgart.

11/12 /’94: Eine Brand-Bombe erlischt unter einem Mercedes Auto in Bremen.

13/12 /’94: Unbekannte Menschen füllten Beton in das Büro der Grünen in Hannover.
Die Grünen waren mitverantwortlich für den Verkauf des Landes.
Andere verbrannten ein großes Mercedes-Zeichen auf dem Markt in Hannover.

17/12 /’94: Anschlag auf eine Mercedes Niederlassung in Hannover, zwei Autos verbrannten

4 / 1 /’95: 15 maskierten Personen zerschmetterte Fenster und Autos in einer Mercedes Niederlassung in Hamburg – sie malten: „Wenn Räumung – dann Krieg“

6 / 1 /’95: 15 maskierten Personen sprayten Slogans für Anatopia in Oldenburg, ein vorbeifahrendes Polizeiauto wurde angegriffen.
Ein Fenster eines Polizeirevier in Luthringhausen wurden zerbrochen und mit Sprüchen verziert.

Fenster zerschellten an einer Mercedes Niederlassung in Wuppertal.

7 / 1 / 95: Räumung des Hüttendorfes Anatopia.

In dieser Nacht sorgten 40 maskierten Personen für Aufruhr in Hamburg, Sie beschädigten mehrere Mercedes-Fahrzeuge und setzten eines in Brand

8 / 1 /’95: 30 Personen in einer Mercedes Niederlassung in Lübeck. In der Nähe von Lübeck einige Fenster einer Mercedes Niederlassung zertrümmert.

9 / 1 / 95: 40-50 Personen blockieren die Straße zu einer Mercedes-Niederlassung in Osnabrück

10 / 1 /’95: Sieben Menschen stören in einem Mercedes-Shop in Osnabrück.

11 / 1 /’95: Drei Mercedes verbrannten in einer Mercedes Niederlassung in Wilhelmshaven.

Fenster werden an einem Mercedes-Shop in Bremen zertrümmert

In der gleichen Woche: Autonome greifen eine Mercedes Niederlassung in der Nähe von Frankfurt an.

12 / 1 /’95: Demonstration gegen Mercedes in Bielefeld.

14 / 1 /’95: Großer Schaden für Mercedes durch einen Brand in Greifswald

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – es gab mindestens eine Aktion in Berlin. Einige Wochen später, im Februar, gab es drei Aktionen gegen die Mercedes-Betriebe in: Aurich, Wittmund und Leer. (Städte in der Nähe von Papenburg)

Quellen:
http://www.eco-action.org/dod/no5/world_mercedes.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Anatopia
http://www.stachel.de/95.01/1kb.html
http://www.stachel.de/94.11/11MBENZ.html

Vortragsreihe Rechtsradikalismus

Es ist erfreulich, dass die Volkshochschule Papenburg demnächst einige Vorträge zum Thema: „Rechtsradikalismus“ anbietet.

Donnerstag 09.02.2012
19:30-21:45
Villa VHS Papenburg
Kostenfrei

„Mädelsache – Mädchen, Frauen und Mütter in der rechten Szene“

VHS Papenburg Vortrag Rechts
Bildquelle: http://mein-mecklenburg.lexikus.de/mm/images/stories/maedelsache.jpg

Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten neonazistischen Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen, führen Kassenbücher und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsradikale Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene zu verankern.
Andreas Speit, geboren 1966, ist Diplom-Sozialwirt, freier Journalist und Publizist und schreibt regelmäßig für verschiedene Projekte gegen Rechtsextremismus, darunter die Informationsportale „Blick nach Rechts“ und „Netz gegen Nazis“, das Magazin „Der rechte Rand“ und der Zeit-Blog „Störungsmelder“. Er ist außerdem regelmäßiger Kolumnist der TAZ-Nord und hat für die Zeitungen Jungle World und Freitag geschrieben. 2007 wurde er durch das Medium Magazin in der Kategorie Lokaljournalist ausgezeichnet. Mit Andrea Röpke gemeinsam veröffentlichte er u. a. „Neonazis in Nadelstreifen“ und „Mädelsache – Mädchen, Frauen und Mütter in der rechten Szene“.
Gestützt auf Insiderinformationen gibt Andreas Speit heute Abend einen Einblick in das Innenleben dieser Szene. Er schildert, wo völkische „Sippen“ bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen, fragt, warum Politik und Verfassungsschutzbehörden diesem gefährlichen Treiben tatenlos zuschauen, und zeigt Strategien gegen die rechtsradikale Unterwanderung der Gesellschaft auf.

„Rechtsextremismus und rechte Netzwerke in Westdeutschland unterschätzt?“

Am Freitag 10.02.2012 um 16:00 Uhr beginnt im Forum der Berufsbildenden Schulen (BBS) Papenburg die Abschlussveranstaltung des Projektes XENOS 1 „Efolg braucht Vielfalt“ der VHS Papenburg mit einem öffentlichen Netzwerktreffen der Aktiven anlässlich der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, die 2011 von der VHS Papenburg in Papenburg und Umgebung koordiniert worden sind.

Im Anschluss referiert Andreas Speit Journalist und Publizist, um 18:30 Uhr zum Thema Rechtsextremismus und bietet allen Interessierten die Möglichkeit zur Diskussion.

Zum Ausklang spielt die regionale Musikband „kleinE“

„Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemetische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu der Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.“

Mahn- und Gedenkveranstaltung zum 8.Mai in Esterwegen

8.Mai Esterwegen

Dieses Jahr findet wieder anlässlich des 8.Mai eine Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte Esterwegen (Friedhof) an der B401 statt. Der VVN-BDA Ostfriesland
wird mit einem Infotische vertreten sein und die­ses Jahr fährt auch mal wie­der ein Bus aus Ol­den­burg ins Ems­land. Die Ab­fahrt ist um 13 Uhr am Al­ham­bra, die Rück­fahrt ist für ca. 17 Uhr an­ge­dacht.

… Und die da reden vom Vergessen und die da reden vom Verzeihn denen schlage man die Fressen mit schweren Eisenhämmern ein. (Bertolt Brecht)

Mayday 2010

Auch in diesem Jahr findet in Oldenburg wieder eine autonome 1. Mai Demo statt. Anschließend gibt es wieder ein Straßenfest mit Vokü beim Alhambra

Das Motto: „Stadt gehört uns Allen – solidarisieren organisieren aneignen weltweit“ spricht die aktuellen Probleme Gentrification und Überwachungswahnsinn an.

Raus zum ersten Mai! - In der emsländischen Provinz bedeutet das meistens in Rudeln mit Bollerwagen über das Land zu ziehen und möglichst viel Alkohol zu konsumieren.
Eigentlich ist dagegen auch nichts einzuwenden, doch leider vergessen viele die urspüngliche Bedeutung des Maifeiertages oder sind falsch informiert.

So wollte mir letztes Jahr jemand weismachen, dass Hitler den 1.Mai erfunden habe. Leider scheinen sogar sehr viele Leute diesen Unsinn zu glauben.
- Wie so vieles damals wie heute, von Hakenkreuze über den Skinheadlook bis zum schwarzen Block, konnten die Nazis nur klauen, aus dem Kontext reißen und für sich selbst adoptieren.

Nach der Machtübernahme der Nazis unter Adolf Hitler instrumentalisierte der Diktator den „Kampftag der Arbeiterbewegung“ und rief ihn 1933 zum „Tag der nationalen Arbeit“ aus. Besonders makaber: Nur einen Tag nach dem Maifeiertag stürmten NS-Schergen die Gewerkschaftsgebäude und verboten die Arbeiterorganisationen.

Strahlender Schein

Atomkraft? Nein Danke! – Ein verstaubter alter klischeebehafteter Spruch den man früher oft auf gelben Aufklebern fand. Ist das Thema Atomkraft im Jahre 2010 noch aktuell und betrifft es mich und meine Umwelt?

Momentan versucht die Atomlobby mit ganzseitigen Anzeigen die Kernenergie als Klimaretter darzustellen und sich ein umweltfreundliches Image zu verpassen, während in der „Schwarz-Gelben“ Bundesregierung über eine Laufzeitverlängerung für Atommeiler nachgedacht wird.
Zusätzlich kommen in letzter Zeit fast täglich erschreckende Informationen über den maroden Zustand des Atommülllagers Asse ans Tageslicht, sowie Störfälle in Krümmel und politische Einflussnahme der niedersächsischen CDU-Regierung auf die Erkundung des Salzstockes Gorleben, als Endlagerstandort Anfang der 80er Jahre.

Also scheint Atomkraft immer noch ein Aktuelles Thema zu sein. Leider sind wir medial schon ziemlich abgestumpft oder es ist uns einfach schlichtweg egal.

Doch wir sollten nicht vergessen dass der Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland erst indiskutabel wurde durch die Anti-AKW-Bewegung der 80er und 90er Jahre. Durch Massenproteste und auch militante Aktionen gegen geplante Anlagen entstanden breite Bündnisse unterschiedlicher Gruppen und politischer Druck.

Viele Bürger die ihr Demonstrationsrecht wahrnahmen mussten damals miterleben wie der Staat mit Gewalt versuchte gegen die Bevölkerung wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.
Atomkraft? Nein Danke! – Okay vielleicht ein angestaubter Spruch, aber die Bewegung ist immer noch notwendig und wichtig.

Am 24.04.2010 finden zum 24. Jahrestag von Tschernobyl bundesweit Aktionen statt.

KETTENreAKTION

Es geht um eine menschliche KETTENreAKTION zwischen den Pannenreaktoren Brunsbüttel bis Krümmel.

Das sind ganze 120 km, so dass für die Menschenkette selbst mit Transparenten, Bannern und Fahnen mindestens 25.000 Menschen benötigt werden. Hand in Hand soll dann kurz vor dem Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe (26.04.) und der Wahl in NRW ein starkes Zeichen gegen die Atomkraft und für eine verantwortungsvolle Energiewende gesetzt werden.

http://www.anti-atom-kette.de

ATTAC Emsland organisiert hierfür einen Bus.
Hier die Daten zur Demo:

Datum?
Sa., 24.04.2010

Uhrzeit?
Abfahrt Lingen ca. 8 Uhr (um 14.30 Uhr muss die Menschenkette stehen!)

Wohin?
Glückstadt (voraussichtlich über Lingen, Meppen, Papenburg)

Unkostenbeitrag?
Normaltarif ca. 20 €, Schüler/Studenten/ALG II Empfänger ca. 15 €, Besserverdienende ca. 20 € + xx)

Rückfahrt? ab ca. 17 Uhr von Glückstadt (voraussichtlich über Papenburg, Meppen, Lingen)

Ahaus

24.04.10 – Tschernobylgroßdemo in Ahaus

Was ist geplant?

Am 24. April um 12.30 Uhr beginnt am Bahnhof Ahaus die zentrale NRW-Atomausstiegs-Demo zum Zwischenlager Ahaus. Wir wollen an das Unglück von Tschernobyl erinnern und den sofortigen Atomausstieg fordern. NRW ist ein Zentrum der Atomindustrie, darum halten wir es für dringendst notwendig hier im Münsterland ein Zeichen zu setzen.

http://www.kein-castor-nach-ahaus.de

Antikriegstag 2009

Auch in diesem Jahr wird es zum Antikriegstag wieder eine Mahnveranstaltung mit Kranzniederlegung in Esterwegen geben.
Der Antikriegstag erinnert an den deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939, mit dem der schrecklichste Krieg der Menschheitsgeschichte mit 60 Millionen Toten begann.
Der Gedenktag ist heute aktueller denn je.
Die Kriege im Irak, in Afghanistan und Palästina sowie zahlreiche Konflikte in Regionen Afrikas und Lateinamerikas führen uns täglich den Tod und das Leid von Millionen Menschen durch Gewalt, Hunger, Krankheit oder Vertreibung vor Augen.
Antikriegstag

Der DGB fordert anlässlich des internationalen Antikriegstages 2009 alle Staaten auf, zivilen
Konfliktlösungen vor militärischen Interventionen absoluten Vorrang einzuräumen.

Sonntag, 30. August 2009
18.00 Uhr
Mahnveranstaltung und Kranzniederlegung
Gedenkstätte KZ-Friedhof Esterwegen (An der B 401)
Begrüßung: Anton Henzen, KV-Vorsitzender

Redner: Herbert Broich
Vorsitzender AKSR (Arbeitskreis Schule Rhauderfehn)
Rita & Paul singen Lieder gegen den Krieg (u.a. das Lied der Moorsoldaten)

Des Weiteren versuchen Nazis den Antikriegstag umzudeuten und für ihre Propagandazwecke zu missbrauchen. Sie nennen es „nationaler Antikriegstag“ (erkennt jemand den Widerspruch?).
So mobilisieren sie dieses Jahr wieder nach Dortmund, doch wie in der Vergangenheit wird es wieder Menschen geben, die nicht wegsehen sondern sich in den Weg stellen.

Das s5-Bündnis ruft zu Gegenaktivitäten zum „nationalen Antikriegstag“ auf:

Dem Naziaufmarsch am 05.09.09 in Dortmund entgegentreten!
Für den 5. September 2009 mobilisieren die Dortmunder Neonazis europaweit zum so genannten „nationalen Antikriegstag“. Dieser hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Aufmärsche der sich selbst als „Autonome Nationalisten“ bezeichnenden Nazis entwickelt. Sie nehmen international eine Vorreiterrolle für die aktionsorientierte extreme Rechte ein, so dass der Ausgang des Aufmarsches Relevanz für die kommende Entwicklung der Szene in Deutschland und in Europa haben wird. Dementsprechend hat dieser Aufmarsch mit „Event-Charakter“ eine ganz besondere Brisanz, die nicht nur den Dortmunder Nazistrukturen Aufwind verleihen soll.
Zu diesen jährlich stattfindenden „Aufmärschen“ mobilisierten die Dortmunder Neonazis zum ersten „nationalen Antikriegstag“ 2005 ca. 200 KameradInnen, 2008 kamen bereits ca. 1100 nach Dortmund. Dabei nahm auch das Gewaltpotential auf den Demonstrationen massiv zu. Doch nicht nur im Rahmen der jährlichen Demonstrationen nimmt die Gewalt durch Neonazis zu. Nach dem traurigen Höhepunkt der Ermordung des Punks Thomas „Schmuddel“ Schulz sind immer wieder, und das in zunehmendem Maße, Menschen und Einrichtungen, die nicht in die Ideologie der Neonazis passen, angegriffen worden. Am 1. Mai 2009 sorgte der Angriff der Neonazis auf den Demonstrationszug des DGB für bundesweite Aufmerksamkeit.

antifa papenburg

Bisher stellten Dortmunder Behörden und Polizei diesem eskalierenden Problem nichts entgegen. Im Gegenteil, sie scheinen hartnäckig darum bemüht zu sein, die Gefahr, die von Neonazis ausgeht, zu relativieren. Es scheint Konzept in dieser Stadt zu sein, die gezielten Überfälle rechter Schlägertrupps zu einem wechselseitigen Rechts-Links-Konflikt zu verklären, um damit zum einen zu verschleiern von wem hier die Gewalt ausgeht und zum anderen den Eindruck zu erwecken, dass die Gesamtgesellschaft sich kaum betroffen bzw. bedroht fühlen muss. In den letzten Jahren entschied die Dortmunder Polizei immer wieder, antifaschistischen Protest zu unterbinden, während sie den Neonazis angenehme Aufmarschbedingungen schuf.
Dabei gerät auch aus dem Blick, dass mit dem Gedenktag „Antikriegstag“ am 1. September eigentlich an den Überfall Deutschlands auf Polen erinnert wird. Mit diesem Überfall wurde der 1. September 1939 zum Beginn des deutschen Vernichtungskrieges.

Der Gedenktag „Antikriegstag“ ging dann aus einer Gewerkschaftsinitiative 1957 hervor, die gerade mit Blick auf die Wiederbewaffnung Deutschlands unter dem Motto „Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus!“ zu Aktionen aufrief.
Es gilt nicht nur, sich den Neonazis in den Weg zu stellen, sondern auch die Ursachen des vorherrschenden Problems zu erkennen und dieses entschieden zu bekämpfen – und das nicht nur am Antikriegstag, sondern immer und stets!
Deshalb rufen wir dazu auf, sich am 4. und 5. September an den verschiedensten antifaschistischen Aktionen zu beteiligen.

04.09.2009: Vorabenddemo 18.00 Uhr, Hauptbahnhof
05.09.2009: Antifaschistische Demo 11.00 Uhr, Hauptbahnhof

Stolpersteine in Papenburg

Der Künstler Gunter Demnig kommt am 16 Juni nach Papenburg um seine „Stolpersteine“ zu verlegen. Diese sind kleine Gedenktafeln aus Messing, die an der Oberseite von Pflastersteinen angebracht sind. Sie werden vor den letzten freiwillig gewählten Wohnorten von NS-Opfern ins Pflaster eingelassen und sind als dezentrales Denkmal gedacht. Wir begrüßen dieses Projekt gegen das Vergessen und hoffen das diese Steine im Stadtbild mehr Aufmerksamkeit erregen, als der graue Gedenkstein an der ehemaligen Synagoge.

„Papenburg (meg) „Hier
wohnte Daniel Hes, geboren
29.09.1919, Emigration in die
Niederlande, von dort deportiert,
ermordet am 02.07.1943
in Sobibor“ – solche auf das
Wesentliche und Grausame
reduzierte Informationen geben
die sogenannten Stolpersteine
über das Schicksal der
ermordeten Juden zur Zeit
des Nationalsozialismus preis.
Am 16. Juli ab 9 Uhr wird der
Kölner Künstler Gunter Demnig
in Papenburg an vier Stellen
acht solcher Stolpersteine
in der Größe von neun mal
neun Zentimetern verlegen.
Er beginnt mit seiner Arbeit
vor dem Restaurant Benz. In
diesem Gebäude lebte einst
Daniel Hes.
Darüber hinaus werden vor
dem heutigen Standort der
Firma Bunte am Hauptkanal,
in der Wiek, sowie am Gasthauskanal
vor dem Polizeigebäude
Stolpersteine verlegt.
Für sein Konzept in deutschen
Städten Stolpersteine als dezentrale
Mahnmale zum Gedenken
an die Verfolgung jüdischer
Mitbürger durch die
nationalsozialitische Diktatur
erhielt Demnig 2005 das Bundesverdienstkreuz.
Schülerinnen und Schüler der
Berufsbildenden Schulen
schlugen der Stadtverwaltung
vor, auch in Papenburg Stolpersteine
zu verlegen.
Marco Malorny vom Kulturkreis
berichtet, dass es im Vorfeld
teilweise schwierig war,
die Standorte der ehemaligen
jüdischen Mitbürger ausfindig
zu machen. Änderungen der
Hausnummern, Verlegung von
Straßen und Gebäudeabrisse
in rund 50 Jahren Stadtgeschichte
waren dafür verantwortlich.
„Glücklicherweise
konnten Zeitzeugen wertvolle
Angaben machen“, sagt er.
Außerdem stieß Malorny seitens
der Bürger auf breites
Interesse an diesem Projekt.
Die ersten acht Steine werden
aus Spenden finanziert. Die
Kosten für einen Stein betragen
95 Euro. Würde man allen
ehemaligen jüdischen Bürgern
Papenburgs in dieser Form
gedenken, wären weitere 31
Steine notwendig. “

Sonntags Report

1 Mai in Oldenburg

Wenn ihr am ersten mai noch nichts vorhabt und etwas sinnvolles machen wollt, dann empfiehlt es sich nach oldenburg zu fahren. In den letzten Jahren gab es immer eine gelungene autonome 1.mai demo, die auch inhaltlich überzeugen konnte und im anschluss ein Straßenfest beim alhambra mit einer leckeren VoKü….

hier der Aufruf:

    Widerstand heißt leben! Kapitalismus abwracken!
    Autonome 1. Mai-Demo 2009 # 12 h # Kaiserstraße # Oldenburg

Mensch kann es drehen und wenden, wie er_sie es will: Die Krise gehört zum Kapitalismus und wird von diesem immer reproduziert werden. Diese Krise vernichtet allerdings nicht diejenigen, die für sie verantwortlich sind, sondern insbesondere jene, die täglich den Rücken krumm machen, um den Wohlstand, der für die Krise Verantwortlichen, zu sichern. Diese Krise ist nicht nur der momentane Zusammenbruch ihres Finanzsystems. Not, Hunger, Elend, Armut und Tod sind die logischen Symptome der Krise Kapitalismus, die jeden Tag, weltweit passieren.
Im Versuch die Symptome zu lindern und nicht die Krankheit zu heilen entsenden Staaten ihre Armeen, wie beispielsweise Deutschland die Bundeswehr. Ihr fehlt Personal, da sie für viele Menschen als unattraktiv gilt. Deswegen gibt sie sich sozial und bürgernah, ist auf vielen Jugend- und Arbeitsmessen mit einem Messestand vertreten und veranstaltet in vielen Städten Rekrutierungsevents mit Hüpfburg, Ratequiz und Kletterwand.
Dass Deutschland Krieg führt, ist dennoch leider Normalzustand geworden. Auslandseinsätze erhalten von der breiten Masse der Bevölkerung mindestens Toleranz wenn nicht sogar Befürwortung. Dagegen regt sich kaum Widerstand. Schon seit einigen Jahren wird die Sicherheit Deutschlands am weit entfernten Hindukusch verteidigt. Es geht um den „Kampf gegen den Terror“ und um „zivil-militärische Zusammenarbeit“ anstatt um Krieg. Zivile „Entwicklungshilfe“ wird der militärischen Logik untergeordnet und in westliche Profite umgemünzt. So werden Gelder für Entwicklungshilfe in Afghanistan zum Aufbau eines Polizeiapparats genutzt, anstatt für humanitäre Unterstützung. In Wirklichkeit ist es ein von kapitalistischen Interessen geleiteter Krieg des Westens um Hegemonie und Kontrolle.
Gerade läuft eine Diskussion über Bundeswehreinsätze im Inneren. Bislang darf die Bundeswehr nur im Krisen- oder Katastrophenfall im Inneren eingesetzt werden. In den letzten Jahren wurde sie etwa bei Großveranstaltungen mittels „Amtshilfe“ zum Einsatz herangezogen. Dabei dürfen nur polizeitypische Ausrüstung eingesetzt werden. Doch wurden z.B. bei dem G8 Gipfel in Heiligendamm auch militärische Mittel verwendet. So erfolgt schleichend eine Militarisierung der Gesellschaft.
WIR WOLLEN WEDER EUREN KRIEG NOCH EUREN FRIEDEN!

Für die Aufrechterhaltung und Verschärfung der ungleichen Handels- und Ausbeutungsbeziehungen in der Welt werden nicht nur militärische Mittel eingesetzt. Der Krieg gegen Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen wird inzwischen von der europäischen „Agentur“ Frontex gemanagt. Sie sorgt dafür, dass Militär- und Polizeieinheiten verschiedener EU-Ländern brutal gegen Flüchtlinge an den Außengrenzen vorgehen – die Spannbreite reicht hier vom Boote versenken bis gemeinsamen Flughafenkontrollen, von koordinierten Massenabschiebungen bis zu Patrouillen an den EU-Ostgrenzen. In der EU besteht ein System von unterschiedlichen, sich wechselseitig ergänzenden Lagern, das Menschen isoliert, entmündigt, einsperrt, entrechtet. Menschen sollen auf ihren ökonomischen Nutzen reduziert werden.
Flüchtlinge und Migrant_innen leben in Deutschland oft jahrelang in abgelegenen Lagern in Wäldern und verlassenen Industriegebieten, ohne das Recht zu Arbeiten, zur Schule zu gehen, ohne ausreichende Gesundheitsversorgung, ohne ihren Landkreis verlassen zu dürfen, mit 40 € im Monat, unter ständiger Angst vorm nächsten Termin bei der Ausländerbehörde und der möglichen Abschiebung.
Doch Flüchtlinge und Migrant_innen wehren sich gegen das rassistische System – überall in und außerhalb der EU. In dem 7 km von Oldenburg entfernten Lager in Blankenburg gab es immer wieder Streiks, Demonstrationen, Protest- und Sabotageaktionen. Im März dieses Jahres organisierten sich die Flüchtlinge in den Lagern auf den Mittelmeerinseln Malta und Lampedusa. Sie demonstrierten gegen die menschenverachtende Unterbringung und Behandlung und zündeten Verwaltungsgebäude der Abschiebelager an.
BLANKENBURG ABSCHAFFEN! RASSISMUS ANGREIFEN!

Im Zuge der Unterdrückung und Gewalt wird auch nicht vor der eigenen Bevölkerung Halt gemacht. Es wird angestrebt das derzeitig bereits sehr repressive Versammlungsrecht in einigen Bundesländern weiter zu verschärfen. So müssen laut Vorschlag Versammlungen bereits 72 anstatt 48 Stunden vorher angemeldet werden und nicht nur Anmelder_in, sondern auch Ordner_innen bei den Ordnungsbehörden namentlich bekannt gegeben werden. So wird auch das Demonstrieren an sich unter weiteren Einschränkungen leiden müssen. So soll es Verboten werden „Uniformen oder gleichartige Kleidungsstücke als Ausdruck einer gemeinsamen politischen Gesinnung zu tragen, sofern damit eine einschüchternde Wirkung verbunden ist“. Ein schwarzer Block als Selbstschutz vor Überwachung und Gewaltorgien seitens der Bullen wird so de facto nicht mehr Möglich sein. So soll auch das bisher ständige Abfilmen von Demonstrationen legalisiert werden.
Anzumerken ist, dass das Verfassungsgericht glücklicherweise diese Neuregelungen für Verfassungswidrig erklärt hat.
FÜR FREIES, UNKONTROLLIERTES DEMONSTRIEREN! IMMER UND ÜBERALL!

Doch dieser Druck wird nicht nur in weit entfernten Ländern ausgeübt oder auf Demonstrationen, auf die du möglicherweise nicht einmal selber gehst, sondern auch im kleinen Rahmen auf fast alle von uns durch die sogenannte Gentrification.
Viele von uns erleben Gentrification im Alltag: Mieten steigen, hippe Cafés vermehren sich, Konsumtempel wachsen aus dem Boden… Auch in Oldenburg macht sich diese Entwicklung bemerkbar: die Wagenburg soll einem schicken Eliteviertel, genannt „Wasserstadt“, weichen. Platz haben dann nur noch die Reichen mit ihren noblen Büros, ihren Luxuswohnungen, ihren Überwachungskameras, ihrer privatisierten Infrastruktur und ihren Promenaden am Wasser. In der Innenstadt werden Yuppiecafés für Neureiche immer mehr etc. etc. Die Stadt möchte Oldenburg zu einem Markenzeichen machen.
Durch diese neoliberale Stadtumstrukturierung werden Menschen, die nicht ins Stadtbild passen, beispielsweise diejenigen mit weniger Geld – also Menschen, die nicht dem kapitalistischen Weltbild entsprechen – aus ihrem Zuhause vertrieben.
Aber damit müssen wir uns nicht abfinden. Gentrification ist keine Notwendigkeit und keine unveränderbarer Zustand.
WASSERSTADT VERSENKEN!

Damit mensch sich ohne zu mucken in dieses ausgrenzende System eingliedert, beginnt die Erziehung hierzu schon früh.
Schulen und Unis sind Orte an denen Menschen zu Konkurrent_innen erzogen werden statt sich geistig emanzipieren zu können. Menschen werden verglichen und selektiert, durch die Mehrgliedrigkeit und durch die bereits in der Unterstufe entstehenden Kosten, zu denen auf der Uni dann noch die Studiengebühren kommen.
Bildung ist kaputt. Kaputtreformiert und vom Kapitalismus zerfressen. Faktisch abgeschaffte Lehr- und Lernmittelfreiheit, Turboabi, Lehrer_innenmangel, Zentralisierung, Bachelor/Master, mehrgliedriges Schulystem, Noten, Studiengebühren und das ist noch nicht mal alles.
Bildung erfüllt nur noch den Zweck uns perfekt an die Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen. Leistungsdruck in Schule und Uni und Selektion schon von der fünften Klasse an sind nur Beispiele für den Prozess, dem Schüler_innen und Student_innen ausgeliefert sind, um dem „Standort Deutschland“ möglichst früh als gefügige Arbeitskräfte zur Verfügung zu stehen…
Für freie und selbstbestimmte Bildung, jenseits von kapitalistischem Verwertungsdenken, für ALLE!

DER KRISE KAPITALISMUS DIE GRUNDLAGE ENTZIEHEN!

Quelle: Alhambra

Bürgermeister Wacker zurückgetreten

Der Bürgermeister der Samtgemeinde Dörpen, Hermann Wacker (CDU) ist heute von allen seinen Ämtern zurückgetreten. Wacker befürwortet den Bau des geplanten Kohlkraftwerkes in Dörpen und lehnte eine demokratische Befragung der Menschen in der Region, in der Vergangenheit immer ab.
In den letzten Wochen wurde er heftig kritisiert vor allem wegen seines Wortbruches. Wacker behauptete immer wieder eindringlich, er würde das Kohlkraftwerk nur befürworten wenn es nützlich für die Papierfabrik Nordland sei. Jedoch änderte Wacker seine Meinung auch nicht nachdem sich die Papierfabrik von jeglicher kooperation mit dem Kraftwerk distanzierte.
Für emsländische Verhältnisse klingt dies schon wie eine kleine Revolution. Endlich ist mal ein kleiner Funken von Opposition zur allgegenwärtigen CDU zu spüren, die hier seit Jahren auf Gutsherrenart regiert. Wir hoffen auf mehr und das der Widerstand gegen das Kohlekraftwerk direkter wird.

Presseerklärung der Bürgerinitiative „Saubere Energie“ Dörpen vom 01.04.2009:
BI begrüßt Rücktritt Wackers – Gemeinderäte sollten Situation nutzen für Umkehr

„Die Bürgerinitiative „Saubere Energie“ begrüßt den Rücktritt Wackers. Er übernimmt damit die Verantwortung für das Vorgehen der Gemeinde Dörpen, die versucht, das Projekt Kohlekraftwerk gegen den Willen der Bevölkerung und auch mit den Mitteln des Wortbruchs durchzusetzen.

Die Begründung von Wacker, dass ihn die Erklärung von Pastor Weusthoff getroffen habe, zeigt , dass Wacker für Argumente und Kritik empfänglich ist. Auch wir sind der Meinung- wie Weusthoff –, dass es aus Verantwortung für die Dritte Welt angesichts der Klimakatastrophe nicht verantwortbar ist, weiterhin auf Kohlekraft zu setzen.

Die Kritik der BI hat sich nicht gegen Wackers Person gerichtet, sondern war in seinem Wortbruch begründet. Wacker hatte seine Zustimmung von einer Zusammenarbeit mit der Papierfabrik Nordland abhängig gemacht, sich dann aber nicht daran gehalten. Die sonstigen Leistungen Wackers für die Gemeinde Dörpen sollen in keiner Weise geschmälert werden.

Für die Gemeinde Dörpen bedeutet dies: Es darf kein „Weiter so!“ geben. Das Bauernopfer von Wacker ist kein Freibrief für die anderen Gemeinderäte, unbeirrt über die Köpfe der Menschen hinweg ein Dinosaurierprojekt im Interesse der Energiekonzerne durchzusetzen. Wir hoffen, dass Wackers Rücktritt die anderen Verantwortlichen zu neuen Denkprozessen anregt. Die Gemeinderatsmitglieder sollten sich wieder mit ihren Wählern kurzschließen.

Es gab in der Geschichte dieses Projekts schon mehrfach die Möglichkeit, ohne Gesichtsverlust, Rücktritte oder sonstige Beschädigungen für alle Seiten aus dem Projekt auszusteigen. Jetzt ist wieder so eine Situation. Die Gemeinderäte sollten sie nutzen.

Die BI fordert den Dörpener Gemeinderat auf: Legen Sie die Kraftwerkspläne ad acta! Oder beschließen Sie eine freiwillige Bürgerbefragung, damit Sie sicher sein können, im Einklang mit den Bürgern zu handeln.“

DVU Kundgebug in Esens am 15.11 stoppen

„Die DVU plant am 15.11 eine sogenannte Trauerkundgebung aus Anlass des
65tenJahrestages der Bombadierung Esens durch die Alliierten. Zu dem eigentlichen Termin
am 27.9.08 war den rechten Parteien eine Kranzniederlegung während der
offiziellen Gedenkveranstaltung verboten worden.

Es ist klar, dass mit dieser Kundgebung bezweckt
wird, diesen Anlass zu der üblichenOpfer/Täter Verkehrung zu intrumentalisieren, um die deutschen
Naziverbrechen in ihrem Sinne umzulügen. Aber die Identifizierung Deutschlands zu einem Opfer der
Alliierten ist durchaus kein Monopol der rechtsextremen Organisationen und Indviduen. Auch
dasübrige Parteienspektrum neigt populistisch zu solchen Konstruktionen, allerdings wird in der Regel
diese Interpretation lediglich in Kauf genommen, ohne dies eindeutig zubekennen. So rechnet nicht
nur die DVU nicht ohne Grund damit, die Gefühle eines großen Teils der deutschen Bevölkerung zu
erreichen.

Dieser Aufruf zur Organisierung von Gegenmaßnahmen gegen diese Kundgebung,
geht nicht davon aus, dass es genügt die faschistischen Organisationen und Einzelpersonen in ihrem
Bestreben einer rechten Reorganisation, zurückzudrängen. Er geht statt dessen vonder Tatsache aus,
dass diese Bestrebungen nur der extremste Ausdruck einer permanentvirulenten Gefahr des
Faschismus unter patriarchal kapitalistischen Herrschaftsverhältnisse darstellen. Deshalb gilt den
AufruferInnen die Kritik undschließliche Umwälzung dieser Verhältnisse zu einer Gesellschaft, die
Menschen hervorbringt, die zu einem neuen Auschwitz nicht mehr fähig sind, als Hauptanliegen.

Wir gehen davon aus, dass Faschismus, noch mehr der Nationalsozialismus, die äußerste
FormHerrschaft von jeglicher darstellt, sodass die bestehenden Umstände in einer
bestimmtenSituation immer wieder dahin eskalieren können.

Die DVU Kundgebung beginnt um 12:00Uhr
Das Motto lautet „Unsere Kriegstoten sind unvergessen“ Redner sind Karl Heinz Besemann,
DVU- KV Ostfriesland und Matthias Faust DVU- Bundesorganisationsleiter Hans -Gerd Wiechmann
DVU- Landeorganisationsbeauftragter LV Niedersachsen weitere Redner werden erwartet.“

Quelle und weitere Infos unter
http://www.nordisch.blogsport.de

Rock Against Fascism

Rock Against Fascism 06.12.08 Papenburg

Konzerte sind in Papenburg eher die Ausnahme und so kam eine Gruppe Jugendlicher vor ein paar Jahren auf die Idee, Konzerte selbst zu organisieren. Damals stand den Jugendlichen noch ein leerstehender Bauernhof zur Verfügung, der dann auch die Location für das Rock Against Fascism im Jahr 2005 wurde. Ein wenig verwundert über die unerwartet hohe Besucherzahl, gestaltete sich der Abend wunderbar chaotisch und unvergesslich für viele Beteiligte.

Nach einem Antifa-Solikonzert 2007 in Aschendorf, findet dieses Jahr eine Neuauflage des Rock Against Fascism am 06.12. im neugebauten Jugendzentrum in Papenburg statt.

Es spielen live:

Kafkas
(Punkrock aus Fulda)

Propaganda Network
(Hardcore-Punk aus Meppen)

Inner Enemy
(Thrash Metal aus Leer)

Burning Alive
(Heavy Metal aus Brual)

Change of Ideas
(Punkrock aus Papenburg)

…in den Pausen spielt Uschi Wacker

Kundgebung gegen rechte Gewalt & Nazis auf der Straße!

Nazis sind auch in der Grafschaft Bentheim trauriger Alltag und gehören schon lange zum normalen Stadtbild. Immer wieder kommt es zu Aufkleber-, Sprüh- und Transparent-Aktionen seitens der Nazis, welche dadurch versuchen ihre menschenverachtende Propaganda unter die Menschen zu bringen.

Leider kam es in den letzten Monaten und Jahren immer wieder zu gewaltätigen Übergriffen auf Menschen, die nicht in das abstruse Weltbild der Nazis passen. Hierbei war die Herkunft, das Aussehen oder die politische Überzeugung Grund genug für die Nazis auf diese Menschen einzutreten und einzuschlagen. Oftmals kam es zu schweren Verletzungen oder zu psychischen Problemen der Opfer im Nachhinein.

Für die Täter_Innen, die meist schon massiv vorbestraft sind, sind die relativ geringen Strafen oder die Angst der Opfer eine Anzeige zu stellen, eine Art Freischein um weiterhin auf Menschen einzuprügeln.
Weil wir unsere Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt zeigen wollen, rufen wir jeden Menschen dazu auf, mit uns die Kundgebung am 30.08.08 um 15.00Uhr auf dem Blanke-Platz (bei K+K) durchzuführen und damit ein Zeichen gegen rechte Gewalt und Nazis auf der Straße zu setzen.

http://www.initiative-gerecht.de/

Fr. 22.8. Alhambra (Oldenburg) 21:00 Konzert: Egotronic + Krink

„Entspannter Patriotismus“ und Deutschtümelei? -Nicht mit Egotronic! Texte die hängen bleiben und Beats bei denen mensch nicht stehen bleiben kann. Mit Songs wie Exportschlager Leitkultur, Möllewahn und Raven gegen Deutschland hat Egotronic die Verhältnisse auf den Punkt gebracht und Vielen vor den Kopf gestoßen. Am Freitag spielen sie im Alhambra zusammen mit Krink

NO(H) Range – Demo am 12.08.08

„Am 12.08.08 findet in Nordhorn eine Demo gegen Bombenabwurfplätze, insbesondere gegen Nordhorn-Range statt. An diesem Tag wird nämlich der “Verteidigungsminister” Jung auf dem Nordhorner Bombenabwurfplatz erwartet.

Wir dokumentieren an dieser Stelle eine Pressemitteilung, die auch heute ähnlich in den GN stand:

Keine Bombenabwurfplätze – weder hier noch anderswo!
Aktionsbündnis ruft zu Protest gegen Range auf

Unter dem Motto „Keine Bombenabwurfplätze – weder hier noch anderswo“ ruft eine Initiative verschiedener Grafschafter Gruppen zum Protest gegen den Luft-Boden-Übungsplatz Nordhorn-Range auf. Anlass ist der Besuch von Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung am 12. August auf der Range.

„Nordhorn-Range muss weg!“ – Auch nach fast vierzig Jahren des Protests der Grafschafter Bevölkerung hat diese Forderung nichts an Aktualität verloren. „Nordhorn-Range steht weiterhin für Bombenlärm, für eine latente Gefährdung von Mensch und Umwelt in der Region und für eine Militarisierung der Außenpolitik“, sind Marianne Schnelle und Frank Brinkers vom neugegründeten Aktionskreis „NO(H) Range!“ überzeugt. Die Initiatoren hoffen darauf, dass die Bevölkerung der umliegenden Städte und Gemeinden mit ihrer Teilnahme an der Demonstration am 12. August gegenüber dem Bundesverteidigungsminister ein deutliches Zeichen für die Schließung der Range setzt.

Mit dem Aktionskreis „NO(H) Range!“ wollen die Initiative GeRecht, der Arbeitskreis Frieden, die Initiative „Nooit meer / Nie wieder“, das Nordhorner Frauenbündnis und die Grafschafter Bündnisgrünen neuen Schwung in den Protest gegen den Luft-Boden-Übungsplatz bringen. „Die Bundespolitik darf nicht den Eindruck gewinnen, dass sie den Bürgerprotest vor Ort in vier Jahrzehnten erfolgreich zermürbt hat. Es gilt weiterhin, Flagge für eine ersatzlose Aufhebung der Range zu zeigen“, ist Frank Brinkers überzeugt. Der Verteidigungsminister müsse Nordhorn mit der klaren Erkenntnis verlassen, dass die Menschen in der Region diesen Platz nicht wollen.

Das Motto „Keine Bombenabwurfplätze – weder hier noch anderswo“ soll auch die Solidarität mit der Bürgerbewegung in der Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg zum Ausdruck bringen. Die dortige Bürgerinitiative „Freie Heide“ hatte in einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Potsdam erfolgreich die Inbetriebnahme des sog. „Bombodroms“, des bundesweit größten Luft-Boden-Übungsplatzes, verhindert. Das Bundesverteidigungsministerium versucht derzeit, dieses Urteil zu kippen und den Platz für den Übungsbetrieb zu nutzen. Das Ministerium wird in diesem Vorhaben von Teilen der Grafschafter Politik unterstützt, die so eine Lastenverteilung zwischen den Übungsplätzen erreichen will. Der Aktionskreis kritisiert in diesem Zusammenhang vor allem den Grafschafter Bundestagsabgeordneten Hermann Kues und Landrat Friedrich Kethorn, die beide Standorte gegeneinander ausspielen wollten. „Wir sprechen uns klar gegen diese Politik nach dem St.-Florians-Prinzip aus. Hier werden Probleme verlagert, anstatt sie zu lösen“, kritisiert Marianne Schnelle. Keine Bombenabwurfplätze – diese Forderung müsse sowohl für Nordhorn als auch für die Kyritz-Ruppiner Heide und für das bayrische Siegenburg gelten.

Die Demonstration soll am Dienstag, den 12. August um 12.30 Uhr an der Kanalbrücke im Nordhorner Stadtteil Klausheide starten und von dort aus bis zum Haupttor der Range führen. Dort ist ab etwa 14 Uhr – zeitgleich mit dem Besuch des Verteidigungsministers auf der Range – eine Abschlusskundgebung geplant, zu der u.a. die bündnisgrüne Landesvorsitzende Dorothea Steiner, der Schüttorfer Pastor Dr. Karl-Wilhelm ter Horst und Vertreter der Bürgerinitiative „Freie Heide“ aus Brandenburg als Redner erwartet werden. Für die musikalische Umrahmung sorgt das „Drum-Cafe“ aus Nordhorn.“

http://www.initiative-gerecht.de/

Umsonst & Draußen

Seit einiger Zeit findet jedes Jahr im Sommer das ER31 Festival in Rhede (Ems) ,direkt an der Autobahn, statt. Dieses Jahr ist das Festival einen Ort weiter gezogen und hat die Eintrittspreise gestrichen. Folgende Bands werden auf der Bühne stehen:

http://www.rockverband.com

Bundeswehr-Auftritt in Leer verhindert

„In den frühen Morgestunden gelang es 6 AntimilitaristInnen den Auftritt der Bundeswehr auf einem Kinderfest nachhaltig zu stören und damit zu verhindern.

Am frühen Sonntag Morgen störten 6 AntimilitaristInnen die Sani-Einheit der Bundeswehr (Lettow-Vorbeck-Kaserne) beim Aufbau eines Infozeltes in Leer (Ostfriesland). Da es sich bei der Veranstaltung um ein Kinderfest handelte, verzichteten die AntimilitaristInnen darauf, die Aktion während des Festes durchzuführen. 5 Personen sorgten dafür, dass aufgebaute Zeltteile sofort wieder abgebaut und im umliegenden Park oder See entsorgt wurden. Die sechste Person tackerte antimilitaristische Plakate an die Bäume und schrieb „Soldaten töten Kinder“ oder „Mörder“ auf die Gehwege. Die herbeigeeilte Veranstalterin, die im Vorfeld jegliche Gesprächsangebote ablehnte, ging mit den AntimilitaristInnen schließlich folgenden Kompromiss ein:
Die Bundeswehr verzichtete auf den Aufbau des Infozeltes und die Teilnahme an der Veranstaltung. Im Gegenzug entfernten die AktivistInnen die angebrachten Plakate und Parolen.“
Quelle: Indymedia

Neonazis in Papenburg und Umgebung? Gibt’s nicht?

-Leider doch!

Wehret den Anfängen!

Neonazis und rechtsorientierte Jugendliche fielen in den letzten Jahren vermehrt in umliegenden Orten wie z.B.: Ditzum, Weener und Herbrum auf.
Auch papenburger Schüler wissen oft von rechten Mitschülern zu berichten, ohne dass etwas dagegen getan wird.
In Papenburg treten Neonazis vor allem durch Hakenkreuzschmierereien und Aufkleber zu tage.

Hakenkreuzschmierereien bei Büro Albers Papenburg
Hakenkreuz an der Post

„Autonome Nationalisten“?

Wölfe im Schafspelz:

Die papenburger Neonazis sind Trittbrettfahrer einer sich neu definierenden Rechten unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Früher traten Neonazis oft in einem dem Skinheads angelehnten Outfit oder als Ultrakonservative auf.
In den Großstädten machte sich seit den 1990er Jahren ein neuer Hang zur äußerlichen „Modernisierung“ der Rechtsradikalen breit.

Es wurde und wird versucht, sich stilistisch am politischen Gegner, der alternativen Linken
zu orientieren. So werden linke Symbole von den neuen Nazis umgedeutet und für ihre Propaganda missbraucht. Auch wird versucht einen „nationalen schwarzen Block“ aufzubauen und dementsprechend typische linke Aktionsformen und Kleidungsstile zu imitieren. Die papenburger Neonazis versuchen diesen Trend aufzugreifen. Neben plumpen Hakenkreuzengemschiere werden daher Aufkleber verteilt, die auf den ersten blick Kapitalismuskritisch und links
wirken, auf den zweiten Blick aber klar als Nazismus im neuen Gewand auszumachen sind.
Aufkleber der „Autonomen Nationalisten“ sie fordern einen „Nationalen Sozialismus“ und zeigen mit Aufklebern wie diesem, wie beschränkt ihr Weltbild ist

Neue Kleidung im Schrank –alter Scheiß im Kopf. Schon allein der Name „Autonome Nationalisten“ ist widersprüchlich und eigentlich auch lächerlich.
Durch diese Masche versuchen Neonazis, besonders auf jugendliche „cool“ und „modern“ zu wirken, um sie für ihre menschenverachtende Gesinnung zu begeistern.
Sie erhoffen sich dadurch ein rebellisches Image, dabei bleibt ihr Inhalt rückschrittlich, rassistisch und antisemitisch.
Kirche in Brual-Siedlung

Nun ist diese neue Form des Rechtsradikalismus bis nach Papenburg und Aschendorf vorgedrungen.

Wir rufen daher auf, Schmierereien zu melden und uns digitale Fotos oder Berichte zukommen zu lassen.